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Untersuchung nach Grundsatz 25 (Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten)

Diese spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung ist eine der weitgefasstesten und genauso breit missverstandenen Untersuchungen in der Arbeitsmedizin. Der Ausschluss dieser Untersuchung aus der ArbMedVV hat die Verwirrung über Inhalte, Sinn und Unsinn der Durchführung und die Konsequenzen für die Beschäftigten perfekt gemacht.

Die Autoren der ArbMedVV gehen davon aus, dass aus Fahr-, Steuer-, und Überwachungstätigkeiten keine Gesundheitsgefährdung der Beschäftigten, die diese Tätigkeiten verrichten, resultiert. Das sehen stressgeplagte Anlagenbediener und Fahrer sicherlich anders. Des Weiteren wird in einschlägigen Unfallverhütungsvorschriften auf die G 25 verwiesen. Die Berufsgruppe der Juristen (für die es keine Pflichtuntersuchungen, nicht einmal eine Pflichtsupervision, gibt) hat die G25-Untersuchung nun als Eignungsuntersuchung definiert. Eine rechtstheoretisch vielleicht richtige, aber für die medizinische Praxis damit typischerweise auch unbrauchbare Einschätzung.

Die Untersuchungsinhalte sind originär arbeitsmedizinisch im Hinblick auf die Tätigkeit gerichtet. Deshalb ist auch klar im Grundsatz 25 ausgeführt, dass nicht der empfohlene Untersuchungsinhalt des Grundsatzes, sondern primär die höchste in der Tätigkeitsbeurteilung erkannte relevante Rechtsvorschrift und die Gefährdungsbeurteilung zur Arbeitsgrundlage zu machen sind. Exemplarisch erklären wir unseren Patienten z.B., dass jeder, der die gesundheitliche Eignung nachweist, nach Ausbildung und Prüfung von der Ordnungsbehörde eine Fahrerlaubnis erhalten kann. Dennoch sollte nicht jeder Inhaber einer Fahrerlaubnis mit dieser auch seinen Lebensunterhalt verdienen. Andererseits muss nicht jeder Bediener einer motorkraftbetriebenen Arbeitsmaschine auch im Besitz einer Fahrerlaubnis sein, die ihn lediglich befugt, diese im Rechtsgebiet des Straßenverkehrsgesetzes zu bewegen.

Absurd wird die aktuelle rechtliche Konstruktion, wenn zu Fahr-, Steuer-, und Überwachungstätigkeiten weitere Untersuchungsinhalte notwendig werden, die in der ArbMedVV klar definiert sind. Der Arbeitsmediziner soll hier abwägen ob z.B. der Bediener eines Chemie- oder Kernreaktors mehr durch den Bedienungsstress der Anlagensteuerung, die giftigen Ausgasungen, das Tragen der Atemschutzmaske oder die mögliche radioaktive Strahlung gefährdet ist. Damit das dann richtig gehandhabt wird, sind die Bescheinigungen auch noch nach Rechtsvorschriften und entsprechend der Definition als Angebots- und Pflichtuntersuchungen getrennt auszufertigen.

Den Betrieben empfehlen wir den Abschluss einer Betriebsvereinbarung oder sachbezogene arbeitsvertragliche Regelungen, um nicht in formaljuristische Probleme zu schlittern.

Obligate Untersuchungsbestandteile sind bei uns das Krankengespräch, die Untersuchung des Hör- und Sehvermögens, eine Urinuntersuchung und eine körperliche Untersuchung.

Bitte bringen Sie unbedingt alle Sehhilfen sowie relevante Vorbefunde Ihrer behandelnden Ärzte und Medikamentenpläne zur Untersuchung mit.

Kosten:

Die Kosten variieren je nach Untersuchungsumfang und Gefährdungspotential zwischen 60,- und 240;- €

Terminvereinbarung & Beratung
Arbeitsmedizin Stralsund
Fachärzte für Arbeitsmedizin
Frankendamm 47
18439 Stralsund
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F 03831 - 288 990
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